Wichtige Patienteninformation
Patienteninformation zu den Joline Langzeit Dialyse Kathetern

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin hat für Ihre medizinische Behandlung einen langfristigen Zugang zu Ihrem zentralen Blutkreislaufsystem angeordnet. Das geschieht mittels Gefäßkatheter (im folgenden Text als Katheter bezeichnet). Die nachstehenden Informationen sollen die Anweisungen Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin bzw. Ihrer Pflegefachperson ergänzen. Wenn Sie Fragen oder Sorgen wegen Ihrem Katheter haben, wenden Sie sich immer an Ihren Arzt oder ihre Ärztin bzw. Ihre Pflegefachperson.
Implantationsausweis
Patientenbroschüre
Hier finden Sie die aktuell gültige Version der Patienteninformation zum Download.
Allgemeines zum Katheter

Der Katheter besteht im Wesentlichen aus einem langen Kunststoffschlauch, der für Röntgenstrahlen undurchlässig ist. Seine Spitze befindet sich im rechten Vorhof Ihres Herzens. Durch die Implantation des Katheters wird ein langfristiger Zugang zu Ihrem zentralen Blutkreislaufsystem ermöglicht. Der Katheter wächst innerhalb weniger Wochen durch einen kleinen Kunststofffilz in das Gewebe unter der Haut ein. Der Katheter wird mit Nähten an der Haut befestigt, bis der Filz vollständig und sicher eingewachsen ist.
Die Enden des Katheters, die sich außerhalb des Körpers befinden, werden bei der Dialyse an die Schläuche der Dialysemaschine angeschlossen. So kann das Blut aus Ihrem Körper gepumpt, auf der Dialysemaschine gereinigt und wieder zurückgepumpt werden.
Nach jeder Dialysesitzung wird der Katheter mit Kochsalzlösung durchgespült. Dann wird dieser mit einer speziellen Flüssigkeit, der sogenannten Locklösung gefüllt, um ein Verstopfen des Schlauches durch Blutgerinnsel zu verhindern. Dennoch kann es vorkommen, dass Blut in den Katheter zurückläuft und dort gerinnt. Ein solch verstopfter Katheter muss in der Regel operativ entfernt und ersetzt werden.
Sicherheitsklemmen und kleine Verschlusskappen an den Enden des Katheters verhindern einen Blutverlust zwischen den Dialysen.
Die Austrittsstelle des Katheters und die Teile des Katheters außerhalb des Körpers werden mit einem Schutzverband abgedeckt, während der Katheter nicht zur Dialyse verwendet wird. Dieser Schutzverband soll vor allem Infektionen verhindern, indem er die Austrittsstelle vor Verunreinigungen und Krankheitserregern schützt.
Der Katheter ist für eine Langzeit-Implantation von über 30 Tagen vorgesehen. Eine dauerhafte Implantation ist nicht vorgesehen. Die Liegedauer des Katheters wird durch Ihren behandelnden Arzt oder Ärztin oder das Dialysezentrum bestimmt. Bei Bedarf wird er auf Anweisung des behandelnden Arztes durch einen Shunt (auch Fistel genannt) oder ein Port-System ersetzt. Auch nach einer Nierentransplantation kann der Katheter operativ wieder entfernt werden.
Nähere Informationen zur Art und Menge der wichtigen Materialien entnehmen Sie bitte der Broschüre.
Verhalten bei Auftreten von Komplikationen
Bitte befolgen Sie stets die ärztlichen Anordnungen.
Sie müssen die folgenden Anzeichen und Symptome kennen, die auf ein mögliches Problem hinweisen können. Nehmen Sie bitte in folgenden Fällen umgehend Kontakt mit Ihrem Dialysezentrum bzw. Arzt oder Ärztin auf:
Blutung, Schwellung, Schmerzen, Rötungen der Haut oder ein lokales Hitzegefühl an der Operationsstelle bzw. an der Austrittsstelle des Katheters
Schmerzen in der Brust oder andere Herzbeschwerden nach der Operation
Bei Fieber (über 38°C) oder Schüttelfrost weisen Sie bitte den behandelnden Arzt darauf hin, dass Sie einen Katheter haben
Schwellung der Arme oder Beine
Kälte- oder Taubheitsgefühl im betroffenen Bein, wenn der Katheter von der Leiste aus eingeführt wurde
Auslaufen von Blut oder anderen Flüssigkeiten aus Ihrem Verband
Ablösen oder Durchnässen des Schutzverbands
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Alle Katheter müssen sorgfältig gepflegt werden, damit sie funktionsfähig bleiben. Bitte beachten Sie daher im alltäglichen Umgang mit Ihrem Katheter die folgenden Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:
Den Katheter nicht manipulieren. Sie dürfen z. B. nicht daran ziehen oder ihn auf Spannung halten. Das Öffnen der Klemmen und das Abschrauben der Verschlusskappen sind strengstens verboten, um Blutverlust zu vermeiden! Sonst besteht Lebensgefahr!
Niemals Scheren oder andere scharfe und spitze Gegenstände (wie z. B. Nadeln oder Rasierklingen) in der Nähe des Katheters verwenden! Wird der Katheter durchstochen oder durchschnitten, besteht Lebensgefahr!
Der Schutzverband darf nur von geschultem Fachpersonal entfernt und erneuert werden! Die Austrittsstelle wird bei jeder Dialyse von geschultem Fachpersonal sorgfältig gesäubert und erneut steril verbunden.
Statt Baden oder Schwimmen wird Duschen empfohlen, um Verschmutzungen zu vermeiden. Den Schutzverband vor dem Duschen durch einen zusätzlichen wasserdichten Verband abdecken. Nach dem Duschen den wasserdichten Verband wieder entfernen.
Das Saunieren wird nicht empfohlen, um Verschmutzungen zu vermeiden. Die extrem hohe Temperatur und die hohe Luftfeuchtigkeit in der Sauna können dazu führen, dass sich der Schutzverband über dem Katheter löst.
Zur Dialysebehandlung muss der Katheter gut erreichbar und sichtbar sein, um jederzeit die Lage unter Kontrolle zu halten und bei Komplikationen schnell reagieren zu können. Bitte beachten Sie dies bei der Wahl Ihrer Kleidung zur Dialysebehandlung. Wir empfehlen Blusen, Hemden oder Strickjacken.
Inhalte aus: 53433/26/06_R02
Kurzbericht über Sicherheit und klinische Leistung
Der Kurzbericht über Sicherheit und klinische Leistung gemäß Artikel 32 der Verordnung (EU) 2017/745 kann über die Europäische Datenbank für Medizinprodukte (EUDAMED) über die Basis-UDI-DI 425020391020000ZA gefunden werden, sobald verfügbar unter https://ec.europa.eu/tools/eudamed. Alternativ kann der Kurzbericht über Sicherheit und klinische Leistung angefordert werden.